___ Berufskolleg im Vinzenz-Heim, Aachen ___

Frau Beglari, die rechte Hand des Chefs

Eine Schule funktioniert nicht ohne Sekretärin. So einfach ist das. Und Herr Goerdt suchte dringend eine Nachfolgerin für seine Sekretärin, die wegen ihrer Behinderung nicht mehr arbeiten konnte. - Und Frau Beglari suchte im Herbst des Jahres 1975 nach langem Auslandsaufenthalt einen Halbtagsjob, denn sie musste noch zwei kleine Kinder versorgen. So trat sie am 1. Oktober 1975 die Stelle als Schulsekretärin an, wo sie eigentlich nur sechs Wochen bleiben wollte.

Sprung ins kalte Wasser

Für sie war der Start an dieser Schule so etwas wie der berühmte Sprung ins kalte Wasser. Sie musste sich von Anfang an allein zurecht finden, denn Herr Goerdt, der Schulleiter, und Frau Olbrich, Lehrerin für Maschinenschreiben und Stenografie, waren meist im Unterricht. Aber gerade das machte die Arbeit für Frau Beglari interessant und spannend.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie, wie die meisten Menschen, keinerlei Erfahrungen mit behinderten Menschen und war unsicher im Umgang mit den Schülern. Doch sie überwand diese Unsicherheit sehr schnell und sieht von da an nur den jungen Menschen und nicht seine Behinderung. Sie hilft den Schülern und Schülerinnen, wenn sie Hilfe brauchen, ist aber auch auf deren Selbständigkeit bedacht. Sie ist eine sehr engagierte Frau, die ihre Arbeit stets korrekt erledigt und sie hat immer irgendwie etwas zu tun. Und: Sie hat immer ein Lächeln im Gesicht.

Die Schule musste mehrmals umziehen

Sie erzählte uns, dass die Klassenräume in den siebziger Jahren noch auf dem Gelände der jetzigen Rheinischen Landesschule, dem ältesten Teil des Vinzenz-Heims, waren. Die Räume lagen zwar nah beieinander, waren aber sehr klein und alles war sehr beengt. Der Weg vom Haupteingang bis zur Schule war sehr verwinkelt. Um den Weg zu ihrem Arbeitsplatz zu finden, schaute sie sich den Bodenbelag an (Zitat: "Ich musste über sieben verschiedene Arten von Fliesen gehen, dann war ich da.") Gegen Ende der siebziger Jahre wurde dort baulich einiges verändert und vergrößert. Sie musste sehr oft mit ihrem Arbeitsmaterial den Raum wechseln. Als alles fertig war, war es sehr schön. Die Schüler konnten direkt von der Schule in einen Teil des Parks. Doch Schüler und Lehrer konnten sich nicht lange darüber freuen, denn Anfang der achtziger Jahre musste die Handelsschule in die Räume ziehen, in denen sie auch heute noch untergebracht ist.

Im Vergleich zu früher, so verriet sie uns, ist der Verwaltungsaufwand enorm gestiegen. Ohne PC und Einsatz von technischen Geräten könnte sie die Arbeit trotz längerer Arbeitszeit nicht schaffen. Aber sie mag die Arbeit an unserer Schule sehr und ist nicht selten Anlaufstelle für Schüler oder Schülerinnen, die ihr ihren Kummer mitteilen.

Eigentlich wollte sie ja nur sechs Wochen bleiben ...

Eigentlich wollte sie ja nur sechs Wochen bleiben, aber daraus wurden dreißig Jahre... und sie will bleiben, solange sie es gesundheitlich kann ... und "solange Lehrer und Schüler mich hier haben wollen." Liebe Frau Beglari, da müssen Sie wohl noch lange auf Ihren Ruhestand warten!

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Seit dreißig Jahren ...

arbeitet Frau Beglari als Sekretärin für unsere Schule.

Zupackend und engagiert

Vor An­tritt der Stel­le an un­se­rer Schu­le hat­te Frau Be­gla­ri, wie die meisten Men­schen, kei­ner­lei Er­fah­run­gen mit be­hin­der­ten Men­schen und war un­si­cher im Um­gang mit den Schü­lern. Doch sie über­wand die­se Un­sicher­heit sehr schnell und sieht von da an nur den jun­gen Men­schen und nicht sei­ne Be­hin­de­rung. Sie hilft den Schü­lern und Schü­le­rin­nen, wenn sie Hil­fe brau­chen, ist aber auch auf de­ren Selb­stän­dig­keit be­dacht.

Ein offenes Ohr für Kummer aller Art

Der Verwaltungs­aufwand, den sie zu bewältigen hat, ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Ohne PC und Einsatz von technischen Geräten könnte sie die Arbeit trotz längerer Arbeitszeit nicht schaffen. Aber sie mag die Arbeit an unserer Schule sehr und ist nicht selten Anlaufstelle für Schüler oder Schülerinnen, die ihr ihren Kummer mitteilen.