Einmal im Jahr, in der Regel wenige Wochen nach den Halbjahreszeugnissen, kommt an unserer Schule die so genannte Berufsberatungskommission (BBK) zusammen. Den Vorsitz in dieser Kommission führt ein Beamter vom Landschaftsverband Rheinland, in unserem Fall ist das Herr Dr. Kunstein, Leiter der Abteilung "Überörtliche Sozialhilfe Rheinland Nord" beim Dezernat 7 (Soziales, Integration). Der Kommission gehören folgende Personen an:
Je nach Schüler wechselnd nehmen außerdem teil:

Mehr als die Hälfte unserer Schülerinnen und Schüler wohnen während der Schulzeit im Internat. Die Kosten, die dadurch verursacht werden, übernimmt zum größten Teil der Landschaftsverband (Kostenträger). Die Kommissionsteilnehmer von Schule und Internat vermitteln zunächst ein Bild über den aktuellen Leistungs- und Entwicklungsstand des jeweiligen Schülers. Nachdem der Schüler selbst Gelegenheit gehabt hat, seine Situation darzustellen, berät die Kommission darüber, wie der Schüler auch weiterhin so gefördert werden kann, dass schulische Leistung und persönliche Entwicklung an unserer Einrichtung zu einem sinnvollen Ergebnis führen. Die Frage, ob die Kosten für eine weitere Unterbringung im Internat übernommen werden oder nicht, wird nicht von der Kommission entschieden, sondern allein vom zuständigen Kostenträger, dem Landschaftsverband Rheinland. Die übrigen Kommissionsteilnehmer haben in dieser Frage nur beratende Funktion.

In der Regel eröffnet der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin des jeweiligen Schülers / der Schülerin die Sitzung mit einer kurzen Darstellung der aktuellen schulischen Leistungen. Als Grundlage dient dabei das Halbjahreszeugnis. Der Arzt schaltet sich ein, wenn aus medizinischer Sicht wichtige Punkte berücksichtigt werden müssen, die das Leistungsverhalten eines Schülers beeinflussen. Ebenso nehmen Internatsleitung und Gruppenkoordination Stellung zum Stand der persönlichen Entwicklung eines Schülers, z. B. zu seinem Lernverhalten in der Freizeit. Der Vertreter der Arbeitsagentur schließlich ist Fachmann für die Frage, welche weiterführenden Maßnahmen für einen Schüler nach Abschluss unserer Schule geeignet sein können.
Anschließend wird der betreffende Schüler / die Schülerin herein gebeten. Der Vorsitzende der Kommission stellt Fragen und bittet den Schüler, selbst zu seinen Plänen und Aussichten Stellung zu nehmen. Manche Schüler sind dabei sehr aufgeregt. Schließlich ist es nicht einfach, vor einem so großen Gremium locker und frei zu sprechen. Die Kommissionsteilnehmer haben aber sehr viel Verständnis dafür! Außerdem ist Aufregung oft gar kein schlechtes Zeichen: Schließlich erkennt man daran, dass es einem Schüler nicht gleichgültig ist, wie seine Zukunft aussehen wird.
Zum Abschluss wird noch einmal kurz beraten und es werden Aufgaben verteilt, Termine festgehalten und besondere Fördermaßnahmen geplant. Schließlich wird ein Protokoll der Sitzung erstellt. Danach beschäftigt sich die Kommission mit dem nächsten Schüler.

Schule und Internatsunterbringung sind nur möglich auf Grund unseres Sozialsystems. Die Kosten dafür werden von der Gemeinschaft übernommen. Es kann nicht schaden, wenn unsere Aufmerksamkeit auch einmal auf diesen Punkt gerichtet wird! Für das Geld, dass unser "Betrieb" kostet, erwartet die Gesellschaft, dass wir, Lehrer, Betreuer und Schüler, etwas leisten.
Im Zentrum aller Beratungen und Entscheidungen der Kommission steht die persönliche Entwicklung des Schülers. Die Schule ist nur eine "Station" auf diesem Entwicklungsweg. Man muss immer nach vorne schauen und überlegen, wie es nach der Schule weitergehen wird. Lehrer und Betreuer unterstützen die Schüler darin, ihre Zukunft aktiv zu planen. Der Fachmann von der Arbeitsagentur hat das nötige Spezialwissen, um auch in problematischen Fällen zu helfen.
Für den Schüler / die Schülerin ist der Auftritt vor der Kommission auch ein Test: Wie stelle ich mich dar? Gelingt es mir, meine Interessen angemessen zur Geltung zu bringen? Wie gehe ich mit Stress und Belastungssituationen um? Die Erfahrungen, die jeder dabei mit sich selbst macht, können später einmal nützlich sein, z. B. bei Bewerbungsgesprächen.
Schüler der Multimediagruppe haben eigene Beiträge zum Thema "Berufsberatungskommission" geschrieben. Was dabei herausgekommen ist, kann man hier nachlesen!
... finden Sie die Schülermeinungen hier! Es handelt sich um Beiträge der MuMe-Mitarbeiter.