___ Berufskolleg im Vinzenz-Heim, Aachen ___

Wozu eine Berufsberatungskommission?

Einmal im Jahr, in der Regel wenige Wochen nach den Halbjahreszeugnissen, kommt an unserer Schule die so genannte Berufsberatungskommission (BBK) zusammen. Den Vor­sitz in dieser Kommission führt ein Beamter vom Landschaftsverband Rheinland, in un­se­rem Fall ist das Herr Dr. Kunstein, Leiter der Abteilung "Überörtliche Sozialhilfe Rheinland Nord" beim Dezernat 7 (Soziales, Integration). Der Kommission gehören folgende Per­so­nen an:

Je nach Schüler wechselnd nehmen außerdem teil:

Was wird von der Berufsberatungskommission entschieden?


Mehr als die Hälf­te unserer Schülerinnen und Schüler woh­nen während der Schulzeit im Internat. Die Kosten, die da­durch verursacht werden, über­nimmt zum größten Teil der Landschaftsverband (Kos­ten­trä­ger). Die Kom­mis­sions­teil­neh­mer von Schule und Internat vermitteln zunächst ein Bild über den aktuellen Leistungs- und Entwicklungsstand des jeweiligen Schülers. Nachdem der Schüler selbst Gelegenheit gehabt hat, seine Situation dar­zu­stel­len, berät die Kom­mis­sion darüber, wie der Schü­ler auch weiterhin so gefördert werden kann, dass schulische Leistung und persönliche Entwicklung an unserer Einrichtung zu einem sinnvollen Ergebnis führen. Die Frage, ob die Kosten für eine weitere Un­ter­brin­gung im Internat übernommen werden oder nicht, wird nicht von der Kommission ent­schie­den, sondern allein vom zuständigen Kostenträger, dem Landschaftsverband Rheinland. Die übrigen Kommissionsteilnehmer haben in dieser Frage nur beratende Funktion.

Wie laufen die Beratungen der BBK ab?


Frau Chauvistrée mit Oliver; Oliver wartet im Vorraum auf seinen Auftritt
Oliver wartet auf seinen Auftritt

In der Regel eröffnet der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin des jeweiligen Schülers / der Schülerin die Sitzung mit einer kurzen Dar­stel­lung der aktuellen schulischen Leistungen. Als Grundlage dient dabei das Halb­jah­res­zeug­nis. Der Arzt schaltet sich ein, wenn aus medizinischer Sicht wichtige Punkte be­rück­sich­tigt werden müssen, die das Leis­tungs­ver­hal­ten eines Schülers beeinflussen. Eben­so nehmen Internatsleitung und Grup­pen­ko­or­di­na­tion Stellung zum Stand der persönlichen Entwicklung eines Schülers, z. B. zu seinem Lernverhalten in der Freizeit. Der Vertreter der Arbeitsagentur schließlich ist Fachmann für die Frage, welche weiterführenden Maß­nah­men für einen Schüler nach Abschluss un­se­rer Schule geeignet sein können.

Anschließend wird der betreffende Schüler / die Schülerin herein gebeten. Der Vor­sit­zen­de der Kommission stellt Fragen und bittet den Schüler, selbst zu seinen Plänen und Aus­sich­ten Stellung zu nehmen. Manche Schü­ler sind dabei sehr aufgeregt. Schließlich ist es nicht einfach, vor einem so großen Gremium locker und frei zu sprechen. Die Kom­mis­sions­teil­neh­mer haben aber sehr viel Verständnis dafür! Außerdem ist Aufregung oft gar kein schlechtes Zeichen: Schließlich erkennt man daran, dass es einem Schüler nicht gleichgültig ist, wie seine Zukunft aussehen wird.

Zum Abschluss wird noch einmal kurz beraten und es werden Aufgaben verteilt, Termine festgehalten und besondere Fördermaßnahmen geplant. Schließlich wird ein Protokoll der Sitzung erstellt. Danach beschäftigt sich die Kommission mit dem nächsten Schüler.

Warum ist die Berufsberatungskommission so wichtig?


Schule und Internatsunterbringung sind nur mög­lich auf Grund unseres Sozialsystems. Die Kos­ten dafür werden von der Gemeinschaft über­nom­men. Es kann nicht schaden, wenn unsere Aufmerksamkeit auch einmal auf diesen Punkt gerichtet wird! Für das Geld, dass unser "Be­trieb" kostet, erwartet die Gesellschaft, dass wir, Lehrer, Betreuer und Schüler, etwas leisten.

Im Zentrum aller Beratungen und Ent­schei­dun­gen der Kommission steht die persönliche Ent­wicklung des Schülers. Die Schule ist nur eine "Station" auf diesem Entwicklungsweg. Man muss immer nach vorne schauen und über­le­gen, wie es nach der Schule weitergehen wird. Lehrer und Betreuer unterstützen die Schüler darin, ihre Zukunft aktiv zu planen. Der Fach­mann von der Arbeitsagentur hat das nötige Spezialwissen, um auch in problematischen Fällen zu helfen.

Für den Schüler / die Schülerin ist der Auftritt vor der Kommission auch ein Test: Wie stelle ich mich dar? Gelingt es mir, meine Interessen angemessen zur Geltung zu bringen? Wie gehe ich mit Stress und Belastungssituationen um? Die Erfahrungen, die jeder dabei mit sich selbst macht, können später einmal nützlich sein, z. B. bei Bewerbungsgesprächen.

Schüler der Multimediagruppe haben eigene Beiträge zum Thema "Be­rufs­be­ra­tungs­kom­mis­si­on" geschrieben. Was dabei herausgekommen ist, kann man hier nachlesen!

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